Verein zur Erforschung der Volksmusik und der Wiener Künstler um 1900 im Wechselgebiet

Wechsel - Wiener Künstler II

Mit den Ortschroniken von Mariensee und St. Peter am Wechsel ( Stickelberger, Josef et. al., Eigenverlag Stickelberger, Mariensee 1994/95/97) werden bereits 1994 erste interessante kulturhistorische Querverbindungen zu Wien um 1900 dokumentiert.

Die Tatsache, daß die verzweigte Landschaft des Wechsels und dessen bislang verschwiegene, unterschiedlich strukturierte Kultur seit Gustav Jägers Beschreibung (1874) nicht mehr in ihrer Gesamtheit erfaßt wurden, sowie die engen Verbindungen zu den ehemaligen k.k. Kronländern, heute Länder der Europäischen Union, führten zum überregionalen und objektgemäßen Forschungsprojekt Der Wechsel und sein kulturelles Erbe.

Mit unzähligen kleinen Mosaiksteinen aus den Publikationen von Erika Sieder Das Hungerloch. Ein Blick auf Küche und Kultur in Mariensee und St. Peter am Wechsel - 2002, Escape from fear. Wien-Gmünd-Aspang - 2003, Bürger-Bauer-Edelmann. Karl Rieß, Vater (1837 - 1930) und Franz Rieß, Sohn (1876 - 1954). Wien - Baden - Mariensee. Wiener Jahrhundertwendebaumeister im Wechselgebiet, Band I - 2005), der Kalender (Aspang in alten Ansichten - 2004/05/06/07/08/09/10/11), Ausstellungen und Buchpräsentationen entsteht ein Bild des vielfältigen kulturellen Erbes dieser Landschaft.

Seit 2005 ist, unterstützt vom WeXel – Verein zur Erforschung der Volksmusik und der Tätigkeit der Wiener Künstler um 1900 im Wechselgebiet, das zweiteilige Gesamtprojekt zur Erfassung und Dokumentation des immateriellen und materiellen kulturellen Erbes dieser Landschaft angelaufen. Mit den geplanten Folgebänden zu Wiener Künstler um 1900 im Wechselgebiet, zur Musik dieser Landschaft, zur Sprache und zur Literatur werden bedeutsame Teile eines kulturellen Erbes in ausführlichen, unter wissenschaftlichen Aspekten erarbeiteten Dokumentationen sachgerecht dargestellt. Eine Datenbank soll den Zugang zum umfangreichen Material ermöglichen.

Mit Teil I des Projekts WeXel – Verein zur Erforschung der Volksmusik im Wechselgebiet wurde seit 2004 das Archivmaterial der Volksliedarchive Niederösterreich und Steiermark, des Stiftes Vorau sowie zahlreicher Privatsammlungen von Dr. Erika Sieder gesichtet und aufgearbeitet. Das aktuelle Lied- und Musiziergut des gesamten Wechselgebiets wurde im Rahmen des volksmusikalischen Feldforschungsprojekts “Schwaigen-Reigen” (2007-2009) – unterstützt vom Institut für Volksmusikforschung (Univ. Prof. Dr. Gerlinde Haid(, Universität für Darstellende Kunst und Musik, Wien – erfasst.

Derzeit entsteht die Publikation “Der Wechsel - Musik einer Landschaft” als COMPA (=corpus musicae popularis austriacae)-Band XXI in Kooperation mit Prof. Mag. Walter Deutsch (Österreichisches Volksliedwerk). Projektierter Publikationstermin 2011/12 (Böhlau Verlag).

Mit Teil II des Projekts Wiener Künstler um 1900 im Wechselgebiet entstehen Publikationen über die hier tätigen Wiener Jahrhundertwendebaumeister. Künstler aus deren Umfeld sind ebenso miteinbezogen wie die Arbeit lokaler Handwerker. Mit Berücksichtigung der jeweiligen historischen und wirtschaftlichen Ortsstrukturen im Wechselgebiet und der Erfassung der Bauten und Kunstwerke in der Residenzhauptstadt Wien und in den Kronländern entsteht die kulturhistorische Landkarte des Wechsels.

Die Vorarbeiten zu Wiener Künstler um 1900 im Wechselgebiet, Band II, Gustav Orglmeister. Der letzte Wiener k.k. Hofbaumeister. Prag - Triest - Wechsel - Wien. Mit Illustrationen von Adalbert Pilch erstrecken sich weit über das Wechselgebiet hinaus. Basierend auf dem umfangreichen Familienarchiv, der wissenschaftlichen Mitarbeit von Experten in Laibach, Triest, Prag und Most (Brüx) und mit Unterstützung der Wiener Kulturabteilung und des Architekturzentrums Wien (AZW) entsteht eine umfassende Baubiographie.

Im Rahmen des internationalen Symposiums “Jugendstil am Wechsel” wurde im Herbst 2009 in Mönichkirchen am Wechsel eine wissenschaftliche Forschungszwischenbilanz gezogen. Details siehe “Veranstaltungen”. Die Publikation wird 2011 - zum 150. Geburtstag von Gustav Orglmeister - im Verlag Bibliothek der Provinz erscheinen.

Die projektierte Datenbank für die wissenschaftliche und touristische Nutzung Wiener Künstler um 1900 im Wechselgebiet in Mönichkirchen im Rahmen von “White Box WeXel” (Kooperation mit Mathis Barz, ETH Zürich, und Heinz-Peter Lang) wurde als für den “Bank Austria Kunstpreis 2010″ eingereicht.

Die Vorarbeiten zu Wiener Künstler um 1900 im Wechselgebiet, Band III, Josip Stritar - Der Wiener Slowene in Aspang erstrecken sich aus dem Wechselgebiet direkt nach Laibach und Wien. Urska Perenic hatte die Bearbeitung des Themas in ihre Dissertation bei Univ.Prof. Dr. Miran Hladnik, Institut für Slowenistik, Universität Laibach, miteinbezogen. Basierend auf dem umfangreichen Familienarchiv der Nachkommen wurden 1.019 deutschsprachige Briefe Josip Stritars aus Aspang an seinen Sohn Milan nach Wien aus dem Nachlaß in der Laibacher Nationalbibliothek von Dr. Erika Sieder im Frühjahr 2010 bearbeitet.

Der klassische Philologe, u.a. Lateinprofessor von Anton Wildgans im Wiener Piaristengymnasium, und Herausgeber der Zeitschrift Zvon (Die Glocke) in Wien, wohnte an derselben Adresse wie ein paar Jahrzehnte später der letzte Wiener k.k. Hofbaumeister Gustav Orglmeister sowie das Architekturbüro Kupka & Orglmeister in Wien VIII, Lange Gasse 44. Mit diesem Projekt wird - endlich- das gesamte deutschsprachige Werk des Literaten erfasst und aufgearbeitet. Das Projekt wird vom Wiener Slowenischen Wissenschaftsinstitut unterstützt.