Verein zur Erforschung der Volksmusik und der Wiener Künstler um 1900 im Wechselgebiet

Kalender 2007 “Hosn - Kittln - Hüat”

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Hosn - Kittln - Hüat
Mit einer Auswahl aus den vielen Photographien verschiedener privater Sammlungen gibt der Kalender „Aspang in alten Ansichten“ für das Jahr 2007 Einblick in das Leben der Menschen am Wechsel. Mit „Hosn - Kittln - Hüat“ soll an das bunte und vielgestaltige Bild der Kleidung in den Jahren zwischen 1830 und 1950 erinnert werden. Damals trugen die Frauen und Mädchen bei der Arbeit Kitteln, die fast den Boden streiften, mit meist hochgeschlossenen Leibln und dazu Schürzen. Die klein gemusterten Schürzen waren aus Barchent oder Kloth.
Diese historische Materialsammlung bildet die Ausgangsbasis für das “WeXelgwandl”, welches Anneliese Ringhofer, www.lisamarton.com, 2009 vorstellte.

Auch zu hohen Festen waren es bodenlange Kitteln aus Baumwolle, gemustert mit verschiedenfärbigen Blümchen auf schwarzem Grund. Oft trugen die Frauen jedoch Kitteln aus Brokat. Die Leibln waren aus Baumwolle oder schwarzem Samt, meist mit Fischbeinen verstärkt und manchmal waren sie sogar bestickt. Die Schürzen waren aus Seide.

Anstelle des heutigen Büstenhalters wurde unter den Kitteloberteilen ein gefüttertes Leibl getragen. Die gut gesteiften Unterkitteln aus Stoff, manchmal auch gestrickt, waren die einzige Unterwäsche.

Die Kitteln und Hosen kaufte man in Aspang beim Laschober oder bei der Supper, oder ließ sie dort nach Maß anfertigen. Man ging aber auch zum Schneider oder zur Schneiderin. Die Namen Edlhofer, Handler, Netouschek, Prenner, Reiterer, Steinbauer, Witzig, Zartl oder „Zenzl“ sind heute noch bekannt. In den 20er Jahren begannen die Kitteln etwas kürzer zu werden. Sie wurden damit praktischer und bei der Arbeit weniger hinderlich. In den 30er Jahren kam die Mode der Faltenröcke und der „Matrosengwandln“. Bei offiziellen Anlässen, wie bei der Hochzeit, wurde immer städtische Kleidung getragen. Die „Familienphotos“ aus dieser Zeit zeigen in der Kleidung keinen Unterschied zwischen Land und Stadt. Hingegen erlaubt die Kleidung der Arbeiter auf den Photographien aus dem Kaolinwerk bzw. der Martinschleife Rückschlüsse auf ihre Herkunft.

Die Frauen und Mädchen der Bauern trugen fast immer Kopftücher. Wochentags waren sie aus Baumwolle, an hohen Festtagen aus Seide. Die sonntägigen Kopftücher der jungen Frauen waren in gebrochenem Weiß, in sich gemustert, die der älteren Frauen schwarz. Ein einziges Photo (um 1850) zeigt eine Bäuerin mit Spitzhaube. Die Mädchen trugen Leiblröcke, Kitteln und im Sommer ein „Hitzgwandl“, das ist ein Baumwollkittel mit einem ärmellosen, eng geschnittenen Leibl. Eine Tracht im heutigen Sinn, gab es, soweit die Erinnerung reicht, nicht. Die Form des Dirndls oder des Trachtenkostüms kam erst ab den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts als Mode mit den Sommerfrischlern in unsere Gegend. Die Kleidung wurde in den kinderreichen Familien immer an die jüngeren Geschwister weitergegeben. Oft war das Leibl noch brauchbar, da wurde dann umgeändert und aus manch ausrangierter Fahnenbahn entstand in den Nachkriegsjahren ein schöner neuer, mit schwarzen Samtbandln verzierter Kittel.

Die Männer trugen unter ihren Kalmuk- Jankern immer ein „Leibl“ (Gilet). Das Leibl war mit oder ohne Revers. In den „Säckln“ hatten sie ihre Uhr, „an Tåschnfeitl“, Pfeife oder Schnupftabak und ihr Schneuztüchl, manchmal voll mit „Måtschke(r)flecken“, verstaut. Die Kalmuk-Janker waren meist zweireihig, Kragen und manchmal auch Manschetten einfärbig grün. Der Kragen war zusätzlich links und rechts mit einem Knopf verziert. Je nach Berufsgruppe trugen die Männer ein „Viata“ aus blauem Stoff oder einen Schurz aus Leder, um ihre Hosen zu schützen. Die ältesten Photographien zeigen die Männer unserer Gegend mit Ausseer Hüten in zahlreichen Varianten, klassisch mit hohem Kopf, flach, mit Gupf oder Halbgupf, mit schmaler oder breiter Krempe, gesäumt oder ungesäumt, aber immer mit dem grünem Band.

In der Buckligen Welt sind zu dieser Zeit Hüte mit Kordeln zu finden, aber nicht im Wechselgebiet. Später gibt es neben dem Ischler, dem Schladminger und den Bergsteigerhüten auch den „Niederösterreicher“. Passend zum „Niederösterreicher“ (gemeint ist der Anzug), einer Schöpfung des Niederösterreichischen Heimatwerks, kommt der passende Hut. Er ist schwarz mit grauer Kordel. Diese Hüte wurden von der bäuerlichen Bevölkerung auch zur Hochzeit getragen, hingegen trugen die Aspanger Bürger einen Zylinder. Ursprünglich wurden bei der Arbeit auch im Sommer Lodenhüte getragen. Je nach Preislage waren sie aus Wolle oder Wollfilz. Strohhüte kamen erst viel später. Heute können Hüte meist nur mehr am Kirtag gekauft werden, da es den „Huaterer“ Trausmiller in Aspang nicht mehr gibt. Die Aspanger Damenwelt ließ sich bei der Modistin Johanna Bazal handgenähte Kunstwerke anfertigen.

Früher wurden nur hohe Schnürschuhe getragen, deren Sohlen teilweise auch genagelt waren. Ein Umstand, der weiter nicht verwunderlich ist, da ja alle Wege zu Fuß erledigt wurden und die Wege oft schlecht waren. Die Enttäuschung der Kinder zum schönen weißen Erstkommunionskleid oder zur Firmung hohe Schuhe tragen zu müssen, kann man sich heute noch gut vorstellen. Auf den Hochzeitsbildern ist zu sehen, daß nur Bräutigam und Braut das Myrthensträußlein rechts tragen. Alle Geladenen haben es links angesteckt. Eine Unterscheidung zwischen einer ledigen oder verheirateten „Weibsperson“ anhand der Schürzenbandln war hier im Wechselgebiet nicht üblich.

Erika Sieder

Titelbild
30. Juli 1916 – Der Festzug von der Pfarre in Unter-Aspang anläßlich des 25jährigen Priesterjubiläums von Pfarrer Josef Pürrer wird bei der Mariensäule am Marienplatz in Aspang erwartet. Die Mariensäule wurde 1719 erbaut, 1898 renoviert und mit einem Gitter versehen. Unter den Teilnehmern sind 6 Herren mit Gehstock, 1 Herr mit Gamsbart, 1 Herr mit Barett, 1 Dame mit Blumenhut und mehrere Frauen mit hellen und dunklen Kopftüchern, ebenso an die 20 Kinder, 3 Kinderwagen und 1 Hund zu sehen. Eine kleine Gruppe in städtischer Kleidung und ohne Kopfbedeckung steht etwas abgesondert. Der Herr trägt ein Mascherl.

Oktober
Die FF Mariensee wurde am 12. Oktober 1912 von Revierförster Anton Bregar und 40 Kameraden gegründet. Bregar war Gründungshauptmann und von 1912 – 1920 Kommandant. Sein Stellvertreter war Gastwirt Franz Brunner, der von 1920 – 1929 das Kommando innehatte. Zimmermeister Matthäus Graf war Steigerzugführer und Landwirt Josef Prenner (Neuwald 60) Spritzenzeugführer. Der Heger Leander Reiterer war Schriftführer und Wirtschaftsbesitzer Alois Stickelberger Kassier. Schmiedemeister Johann Abseher war Zeugwart. Von 1929 – 1956 war Josef Etschmayer Kommandant. August Stickelberger hatte diese Funktion von 1956 – 1971 inne. Franz Prenner war von 1971 – 1991 Kommandant. Ab 1991 übernahm Josef Stickelberger diese Funktion und ist seit 2005 auch Kommandant des Abschnittsfeuerwehrkommandos Aspang. Die Gründungsdaten der Freiwilligen Feuerwehren im Wechselgebiet. Abschnittsfeuerwehrkommando Aspang: 1873 Kirchberg, 1874 Aspang, 1880 Edlitz, 1884 Feistritz, 1888 Zöbern, 1891 Mönichkirchen 1897 Grimmenstein, 1907 Grimmenstein-Kirchau, 1912 Mariensee, 1914 Wiesfleck, 1926 St. Corona, 1927 Schlag bei Zöbern, 1929 Königsberg, 1930 Kienegg, 1930 St. Peter, 1948 Hochegg, 1949 Tauchen, 1986 Trattenbach. Abschnittsfeuerwehrkommando Gloggnitz: 1880 Otterthal.

Photographien - Postkarten
Ein herzliches Dankeschön für Photomaterial und Informationen aus den Privatarchiven der Familien Karl Donhauser (Kirchberg), Johann Fahrner (Unternberg), Karin Geiger (Aspang), Johann Kuntner (Inneraigen), Josef Langegger (Hoffeld), Johannes Laschober (Aspang), Maria Pichler (Aspang), Josef Prenner (Mariensee), Romana Punkl (Aspang), Norbert Scharinger (Aspang), Adolf Schwarzmann (Aspang), Elfriede Siegert (Aspang), Johann Stickelberger (Innerneuwald) Josef Stickelberger (Mariensee), Hedwig Trausmiller (Aspang), Franz Trimmel (Aspang) und Roland Trisko (Kirchberg). Zeichnungen von Theresia Zachs (1874-1938) im Haus- und Familien-Kalender 1898