Verein zur Erforschung der Volksmusik und der Wiener Künstler um 1900 im Wechselgebiet

Kalender 2005 “Almhütten und Schwaigen am Wechsel”"

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TITELBILD 2005
„Sommerfrische Aspang, N.-Ö.
(506 m) – Der Hauptplatz“
Wohlg. Herrn Josef Tschinkl,  Wimpassing, Schwarzathale; nach 1919.
Text:Lieber Pepi! Heute ließ Herr Rottler fragen, ob die von Dir gesandte leere Korbflasche und Kiste bei uns abgegeben wurde. Nähmlich bei Zinkl [ehem. Gasthaus Wochesländer gegenüber Fleischhauerei Gugerell-Aspang] ist bis heute nichts eingelangt. Vieleicht liegt ein Irrtum vor u. wurde selber etwa bei Frl. Fichtl in Grimmenstein abgegeben. Habe heute auch Deine l. Karte erhalten und bin überrascht, dass Du so schnell entschlossen bist. Wie geht es Dir also soll ich kommen Umschlag machen. Hast Du vieleicht das Bild mitgenommen? Tante würde sich herzlich freuen. Herzlich grüßt Dich Mimi.
Verlag A. Pelnitschar, Aspang Nr. 2134.

JÄNNER
“Mariensee 850m - Hochwechsel 1738m”
Text: Viele Grüß aus der Ferne, an Dich denke ich so gerne, die Karte ist von hier, die Grüße sind von mir.

FEBRUAR
Die Herrgottschnitzer Hütte am Kampstein bei Aspang N.Ö. wurde im Jahre 1925 erbaut und liegt auf 1366 m. Lt. Kaufvertrag vom 6. Dezember 1927 wurde sie von Johann Gollinger an die Alpin-Gesellschaft Herrgottschnitzer  in Wien verkauft. Heute gehört die Hütte dem Österreichischen Touristenverein, wird von Familie Haselbacher vorbildlich geführt und ist auch im Winter durch den nahe gelegenen St. Corona Skilift eine beliebte Einkehrstation.
Postkarte mit Hüttenstempel „Herrgottschnitzerhütte am Kampstein 1366, Alp. Ges. „D’Herrgottschnitzer“.

MÄRZ
Die Kampsteiner Schwaig wurde im Jahre 1910 vom Bauernjuri (Georg Bauer aus Außerneuwald, St. Peter) erbaut und liegt auf 1496 m Seehöhe. Die Schwaig befindet sich seither im Familienbesitz Lueger. Im Sommer 2004 ist das Gebäude abgebrannt, im Sommer 2005 ist es sicher wieder aufgebaut.
24. Mai 1931. Adressiert an Familie Tatschl, Leibnitz, Hauptplatz 12, Steiermark.
Text: Recht herzliche Grüsse an Alle von unserer schönen Pfingstpartie Ihre Poldi Scholz, Gruß Ing. Scholz.
Die drei weitere Unterschriften sind unleserlich.
Hüttenstempel Peter Ofner, Kampsteinerschwaig, Post Aspang.

APRIL
Die Feistritzer Schwaig liegt auf 1438 m. Zu den früheren Besitzern zählten Baron Josef Dietrich, Fürst Sulkowsky und der Arzt Dr. Vernay aus Kirchberg. Auf Grund seiner Größe besaß der Besitz ursprünglich auch eine Eigenjagd. Heute gehört die Schwaig der Molzegger Weidegenossenschaft.
Auf der Photographie „Almidyll auf der Feistritzer Schwaig“ ist rechts der ,Bauern-Juri’, links der ,Rodlbauer’, in der Mitte der ,Micherlbauer’ (Weninger) beide mit ihren Pfeifen, links im Hintergrund das Almhalterehepaar Franz und Barbara Tauchner, rechts im Hintergrund ein Wiener Gast, ganz hinten ein ,Hungerloch’ zu sehen. Seit 1995 wird die Schwaig von Johann Luef und seiner Frau bewirtschaftet. Sanges- und Musizierfreude sind hier besonders gern gesehene Gäste.

MAI
Das Steinerne Kreuz, auch Weißes Kreuz genannt, steht am Arabichl am Weg zur Steyersberger Schwaig auf 1570 m Seehöhe, wo die Pfarren Kirchberg, St. Peter und Trattenbach so wie auch die Gemeinden Molzegg, Neuwald und Kranichberg zusammenstoßen.  Im Jahre 1996 wurde der gemauerte Bildstock mit viel Mühe vorbildlich restauriert.

JUNI
Die 1775 erbaute Steyersberger Schwaig liegt auf 1351 m und befand sich ursprünglich im Besitz der Grafen Wurmbrand der Herrschaft Steyersberg. Die Postkarte zeigt die Schwaig mit Jagd-und Eishaus. Seit 1936 gehört sie der Molzegger Wald- und Weidegenossen- schaft, wird von Familie Schabauer vorbildlich geführt, und ist durch den Arabichl-Schilift und den Loipeneinstieg in die 90 km lange Wechsel-Semmering-Panorama-Loipe  auch im Winter eine beliebte Einkehr- und Raststation.

JULI
Die Kranichberger Schwaig liegt auf 1497-1530 m in der vom Rabenkropf, dem Arabichl und dem Schöberlberg gebildeten Mulde. Bereits im Jahre 1569 ist sie im Urbar des Schlosses Kranichberg erwähnt, im Jahre 1945 ist die bis dahin größte und besteingerichtete Schwaig, vermutlich durch Kriegseinwirkungen, abgebrannt. Heute ist nur mehr der etwas höher gelegene ehemalige Stall erhalten. Ursprünglich gehörte auch der Pöstlingstall – später Stangl – zu diesem Besitz.
„Fräulein Emi, Friedel u. Ola Riedel, Graz, Seebacherg. 10.
Text: Liebe Emmi, Friedel u. Ola! Seid Ihr schon zu Hause? Wir machen sehr schöne Ausflüge. Das letzte Mal waren wir auf der Alm. Großartig schön ist es hier, auch mit dem Essen geht es sehr gut. In Ungarn waren wir auch einige Tage. Was man dort noch alles bekommt, ist ganz märchenhaft. Viele Grüße Eure Karla Pugl.
Postkarte Nr. 212. Verlag Österreichischer Touristenclub.
Amateur-Aufnahme Hanns Hann.
Postkarte: Nr. 1981 – A. Pelnitschar, Aspang. Briefmarke kaiserlich-königliche Post 10 Heller. Poststempel 28. VIII. 1918.

AUGUST
Das Wetterkogler Haus wurde 1899 erbaut und liegt an der steirisch-niederöster- reichischen Grenze auf 1743 m Seehöhe. Seit 1958 ist das vom Österreichischen Alpenverein geführte Haus ganzjährig auch über eine Mautstraße von Waldbach aus erreichbar.

SEPTEMBER
Älteste Photographie der Aspanger (heute Marienseer) Schwaig, vor 1882 zu datieren, da sie am 7. Februar 1882 abgebrannt war. Die erste schriftliche Erwähnung ist in einer Grenzbeschreibung des Landgerichtes Hertenfels vom 24. 4. 1555 (G.A.Graz, Spez. Archiv Fam. Stubenberg, Ldg. Beschreibung Waldbach, Bd. 106 - Jhb.f.Ldk. v. NÖ. 1939 - 43, Seite 424) zu finden:
… der wassersaig nach an den alten Wexl, da man stain und wein abschleusst, vom Abschuß immer mehr her nach Aschpangeralbm …, 1823 in der Katastralmappe v. J. eingezeichnet, bis 1850 im Besitz der Herrschaft Aspang, Graf von Pergen, dann im Besitz von Baron Haber Linsberg, später Schenker – Mariensee.

OKTOBER
Die Vorauer Schwaig oder auch Ochsenschwaig genannt liegt auf der Hofalpe in ca. 5000 Fuß = 1509 m Seehöhe und wurde im Jahre 1779 vom Chorherrenstift Vorau erbaut. Nicht weit davon befinden sich die beiden, im Jahre 1949 errichten, deutschen und russischen Soldatenfriedhöfe.

NOVEMBER
Der Verein ,Die Haller’ erbaute im Jahre 1910 das auf 1308 m Seehöhe gelegene Hallerhaus, zu dessen Einweihung das ,Hallerlied’ gesungen wurde. Bereits ab 1916 gewährleistete eine eigene Akku-Anlage die Stromversorgung.
Text: Hoch. Herrn Oberleutnant Alfons di Gasperio in Malé, Südtirol.
Herzl. Glückwünsche zum Oberleutnant u. unsre Grüße von Familie Petteani an die Mama u. Fr. Gemahlin. Ihr ergb. JoPetteani.
Poststempel vor 1918.
Verlag Alpine Gesellschaft D’Haller – 1910.

DEZEMBER
Erst um 1940 begann der Name Mönichkirchner Schwaig den früheren Flurnamen Lichtenecker Alm abzulösen. Diese ist bereits 1490 als Schafhalde belegt. Neben der Halterhütte standen ursprüng-lich fünf Ställe. Mit der Eröffnung des Sesselliftes im Jahre 1949 veränderte sich der Charakter der Almbewirtschaftung dieser Schwaig grundlegend. Heute ist die Mönichkirchner Schwaig ein beliebter Anfang- und Endpunkt für Wanderungen und Zentrum der Skischaukel Mönichkirchen-Mariensee.

ZITATE und PHOTOGRAPHIEN:
Beutel, J.: Ortsbild von Mariensee am Wechsel1922, hgg. von Aubrunner, N. und Legorsky, F., Mariensee 1992; Gemeinde Aspangberg-St. Peter; Jäger, G.: Der Wechsel und sein Gebiet in Niederösterreich und Steiermark. Mit einer Karte des Wechsel-Gebiets und einem Panorama vom Hochwechsel, Wien 1874, Verlag des ,Tourist’. Druck von C. Finsterbeck in Wien; Lechner, F.: Privatarchiv, Aspang am Wechsel; Petermann, R. E.: Im Bereiche des Wechsels. Skizzen und Schilderungen, hgg. von der k.k.priv. Eisenbahn.Wien-Aspang, Verlag der lithographischen Kunstanstalt F. Sperl, Wien III., Linke Bahngasse 5, nach 1881 (Bau der Wien-Saloniki Bahn bis Aspang) zu datieren; Scharinger, N.: Privatarchiv, Aspang am Wechsel; Sieder, E.: Das Hungerloch. Ein Blick auf Küche und Kultur in Mariensee und St. Peter am Wechsel, Großwolfgers 2002, Bibliothek der Provinz; Stickelberger, J. et al.: Mariensee-St. Peter. Geschichten und Bilder von der niederösterreichischen Seite des Wechsels, Mariensee 1997, Eigenverlag; Tauchner, A.: Privatarchiv, Feistritz am Wechsel; Tschinkl-Konopiski,  M.: Privatarchiv, Aspang am Wechsel.

IMPRESSUM:
Druck: Druck & Kopie Gangl,  Aspang am Wechsel
Layout: neuwirthdesign.at
Herausgeber: Erika Sieder