{"id":28,"date":"2003-09-01T12:00:13","date_gmt":"2003-09-01T11:00:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bnd.at\/wx\/?p=28"},"modified":"2020-01-04T18:59:16","modified_gmt":"2020-01-04T17:59:16","slug":"cronin-escape-from-fear","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.wexel.at\/?p=28","title":{"rendered":"Cronin &#8211; Escape from Fear"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.wexel.at\/wx\/wp-content\/cronin.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Archibald Joseph Cronin<br>Escape from Fear<\/p>\n\n\n\n<p>Roman<\/p>\n\n\n\n<p>mit zeitgeschichtlichen und lokalhistorischen Erg\u00e4nzungen<\/p>\n\n\n\n<p>\u00fcbersetzt von Erika Sieder<\/p>\n\n\n\n<p>21 x 15 cm, 160 Seiten,<br>22,00 \u20ac (38,00 sfr)<br>ISBN 3 85252 459 8<br>Bibliothek der Provinz, Gro\u00dfwolfgers 2003<\/p>\n\n\n\n<p>In der Menschenmenge, die an diesem Dezembermorgen des Jahres 1950 in der K\u00e4rntnerstra\u00dfe unterwegs war, befand sich ein gut aussehender Herr, so um die drei\u00dfig, dessen Anzugschnitt verriet, da\u00df er Amerikander war. Er war gro\u00df gewachsen und gut gebaut, hatte ebenm\u00e4\u00dfige Gesichtsz\u00fcge, sein Ausdruck war aber angespannt, und er warf immer wieder einen Blick zur\u00fcck \u00fcber die Schulter, als ob er Angst h\u00e4tte verfolgt zu werden.<br>Auf halber H\u00f6he der K\u00e4rntnerstra\u00dfe bog er verstohlen in eine Seitengassse und betrat eine Bar. Er genehmigte sich einen doppelten Brandy. Im Halbdunkel dah er sich selbst im Spiegel hinter der Theke, aber ihm war, als s\u00e4he er einen Fremden. Er ging wieder hinaus, setzte seinen Weg auf der K\u00e4rntnerstra\u00dfe fort, und als die Glocken des Stephansdomes viertel zw\u00f6lf schlugen, betrat er mit rascher Entschlossenheit ein modernes B\u00fcrogeb\u00e4ude. \u201cGuten Morgen, Herr Harker,\u201d gr\u00fc\u00dfte der Liftboy, aber Bryant Harker schien ihn nicht zu h\u00f6ren. Im f\u00fcnften Stock stieg er aus und betrat die Br\u00fcror\u00e4ume von The Consolidated Engineering Corporation \u2013 Austrian Branch. Ohne einen Blick auf eine der Angestellten zu werfen, die im vorden Zimmer arbeiteten, betrat er ein B\u00fcro, auf dessen T\u00fcr sein Name stand und die er hinter sich wieder versperrte.<br>Er lie\u00df sich in seinen Sessel fallen und wandte sich, einige Momente sp\u00e4ter, dem Stapel von Briefen auf seinem Schreibtisch zu. Er zog ein gro\u00dfes Luftpost-Kuvert hervor, hielt es einen Augenblick in der Hand und ri\u00df es dann auf. Ja, es war genau das was er erwartet hatte.<br>Er betrachtete die Unterschrift am Ende des Papierbogens: W. R. Stevens, Pr\u00e4sident der Firma, f\u00fcr die er die Wiener Niederlassung f\u00fchrte. Harker fluchte und lie\u00df das Blatt aus den H\u00e4nden fallen.<br>Ein Auftrag f\u00fcr eine neue Br\u00fccke, die \u00fcber die oberen Zufl\u00fcsse der Salzach gebaut werden sollte, ein beachtlicher Auftrag im Wert von mehreren Millionen Dollar, war vor sechs Wochen vergeben worden. Er hatte Pl\u00e4ne vorbereitet und Zahlen \u00fcbermittelt. Er wu\u00dfte, da\u00df das von ihm gelegte Angebot das beste gewesen war, und dennoch wurde der Vertrag anderweitig abgeschlossen. Ein Resultat, welches \u2013 zumindest in den Augen von Stevens \u2013 an Harkers F\u00e4higkeit , die Firma in \u00d6sterreich effizient zu vertreten, zweifeln lie\u00df.<br>Sie werden mich hinauswerfen, dachte Harker bitter, und sie haben allen Grund dazu. Jemand klopfte an der T\u00fcr, Harker durchquerte den Raum und drehte den Schl\u00fcssel im Schlo\u00df. Seine Sekret\u00e4rin, Miss Petersen, kam herein. Sie war d\u00fcnnes M\u00e4dchen mit braunen Haaren und einem etwas herablassenden Gesichtsausdruck, ihre gepflegen Fingern\u00e4gel und ihr ordentliches blaues Kost\u00fcm symbolisiertengleichsam die Effizienz, mit welcher die Firma stets assoziiert wurde.<br>Harker setzt sich wieder nieder, und die sa\u00df vor seinem Schreibtisch, den Bleistift in der Hand. Er blickte pl\u00f6tzlich auf. \u201cWarum schauen sie mich so an?\u201d<br>Miss Peterson hob die Augenbrauen. \u201cWie bitte?\u201d<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Archibald Joseph CroninEscape from Fear Roman mit zeitgeschichtlichen und lokalhistorischen Erg\u00e4nzungen \u00fcbersetzt von Erika Sieder 21 x 15 cm, 160 Seiten,22,00 \u20ac (38,00 sfr)ISBN 3 85252 459 8Bibliothek der Provinz, Gro\u00dfwolfgers 2003 In der Menschenmenge, die an diesem Dezembermorgen des Jahres 1950 in der K\u00e4rntnerstra\u00dfe unterwegs war, befand sich ein gut aussehender Herr, so um [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.wexel.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.wexel.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.wexel.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.wexel.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.wexel.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=28"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.wexel.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":221,"href":"http:\/\/www.wexel.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28\/revisions\/221"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.wexel.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=28"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.wexel.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=28"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.wexel.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=28"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}