{"id":12,"date":"2002-09-22T12:00:50","date_gmt":"2002-09-22T10:00:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bnd.at\/wx\/?p=12"},"modified":"2019-12-17T08:30:41","modified_gmt":"2019-12-17T07:30:41","slug":"hungerloch-kochbuch","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.wexel.at\/?p=12","title":{"rendered":"Hungerloch &#8211; Kochbuch"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.wexel.at\/wx\/wp-content\/hungerloch-kochbuch.jpg\" xenlarge=\"100\" class=\"alignright\" title=\"Hungerloch - Kochbuch\">Erika Sieder<\/p>\n<p>K\u00fcche in Mariensee und St. Peter am Wechsel<\/p>\n<p>24 x 16,5 cm, 230 Seiten,<br \/>\n15,00 \u20ac (25,00 sfr)<br \/>\nISBN 3 85252 492 X<br \/>\nBibliothek der Provinz, Gro\u00dfwolfgers 2002 DERZEIT VERGRIFFEN<\/p>\n<p>Fr\u00fcher verstand man unter Kn\u00f6del fast nur Mehlkn\u00f6del. Sie werden entweder aus Weizenmehl gemacht und mit hei\u00dfem Wasser abgegossen oder aus Roggenmehl und mit hei\u00dfer Fleischsuppe abgegossen. Das sind dann die \u00bbBrennakn\u00f6del\u00ab&#8221;, die oft zu Geselchtem mit \u00bbGruabnkraut\u00ab gegessen wurden. In den meisten Familien waren<!--more--> sie aus Weizenmehl und nur bei manchen aus Roggenmehl. Sie wurden als Hauptspeise mit Kraut oder mit gr\u00fcnem Salat, Erd\u00e4pfelsalat mit Zwiebel oder Gurkensalat mit Rahm gegessen. Am Sonntag kamen sie als Beilage zum Gebratenen und Geselchten auf den Tisch.<\/p>\n<p>Am Montag gab es oft die vom Sonntag \u00fcbriggebliebenen Mehlkn\u00f6del zum Mittagessen. Manchmal wurden sie sauer angemacht wie Salat, mit Zwiebel, Essig und 01, manchmal mit Mostessig und ausgelassenem Speck, manchmal mit Essigessenz und Speise\u00f6l. Sie wurden auch mit Essigkren oder einer Sauce aus Essig, Knoblauch, K\u00fcmmel, Salz, ger\u00f6stetem Zwiebel und etwas Kn\u00f6delwasser zum Eintunken gegessen, aber auch ger\u00f6stet und mit versprudelten Eiern \u00fcberg\u00f6ssen, manchmal auch s\u00fc\u00df oder einfach nur kalt. Ebenso oft wurden frische Kn\u00f6del gekocht.<\/p>\n<p>Nach und nach kamen auch Kn\u00f6del aus Erd\u00e4pfekeig und Brandteig auf den Tisch. Grie\u00dfkn\u00f6del wurden nur sehr selten gemacht. F\u00fcr Grammelkn\u00f6del und f\u00fcr Obstkn\u00f6del verwendeten viele K\u00f6chinnen Erd\u00e4pfelteig. Heute wird, besonders f\u00fcr Obstkn\u00f6del, auch Topfenteig verwendet. Eine ganz besondere Spezialit\u00e4t waren Mohnkn\u00f6del. Sie wurden immer aus Mehlkn\u00f6dekeig gemacht.<\/p>\n<p>Da jedes Mehl unterschiedlich viel Wasser und Fett aufnimmt, sind die Mengenangaben, wenn \u00fcberhaupt vorhanden, nicht sehr genau. Ein Kn\u00f6del, das nicht zerf\u00e4llt und auch nicht zu hart ist, l\u00e4\u00dft sich nur mit einem Probekn\u00f6derl sicherstellen. Au\u00dferdem ist es auch eine Ge-schmacksfrage. Auf alle F\u00e4lle l\u00e4\u00dft sich jeder Kn\u00f6delteig leichter verarbeiten, wenn die H\u00e4nde na\u00df sind. In manchen Familien war Montag nicht Kn\u00f6deltag sondern es wurde Srerz gegessen.<\/p>\n<p>M\u00d6H(L)KNED(E)L = MEHLKN\u00d6DEL:<\/p>\n<p>kommen heute noch in manchen Familien als traditionelle Beilage zum Geselchten auf den Tisch.<\/p>\n<p>M\u00f6h(l)kned(e)l I<\/p>\n<p>500 g Weizenmehl, Salz, kochendes Wasser, Fett (Schmalz, \u00d6l).<\/p>\n<p>Mehl salzen, mit so viel kochendem Wasser \u00fcbergie\u00dfen, da\u00df eine br\u00f6selige Masse entsteht, mit hei\u00dfem Schmalz abbrennen, Kn\u00f6del formen und in Salzwasser 20 Minuten kochen lassen. Bei zu wenig Fl\u00fcssigkeit fallen die Kn\u00f6del beim Kochen auseinander, bei zuviel Fl\u00fcssigkeit werden sie steinhart. Manche K\u00f6chinnen geben heute auch ein paar Br\u00f6seln dazu.<\/p>\n<p>M\u00f6h(l)kned(e)l II<\/p>\n<p>&#8216;500 g Roggenmehl, Salz, kochende Suppe, Fett (Schmalz, \u00d6l).<\/p>\n<p>Mehl salzen, anr\u00f6sten, mit so viel kochender Suppe \u00fcbergie\u00dfen, da\u00df eine br\u00f6selige Masse entsteht, mit Schmalz abbrennen, Kn\u00f6del machen und in Salzwasser 20 Minuten kochen lassen.<\/p>\n<p>BR\u00c4NDTOAG = BRANDTEIG:<\/p>\n<p>wird erst in j\u00fcngerer Zeit in der einheimischen K\u00fcche und haupts\u00e4chlich f\u00fcr Obstkn\u00f6del verwendet.<\/p>\n<p>1\/4 l Milch oder Wasser, 140 g Mehl, 30 g Butter,! Ei, Salz, oder 1\/4 l Milch, 220 g Mehl, 50 g Butter, J) Eier, kein Salz, kein Zucker, Butter und Milch (oder Wasser) zum Kochen bringen, Mehl darun\u00acter r\u00fchren und weiterkochen, bis sich die Masse vom Topf l\u00f6se. In einer Sch\u00fcssel ausk\u00fchlen lassen, dabei \u00f6fters umr\u00fchren und zuletzt das Ei (bzw. die Eier) langsam dazur\u00fchren. Der Teig mu\u00df sich ziehen.<\/p>\n<p>E(R)D\u00c4PF(E)LTOAG = ERD\u00c4PFELTEIG:<\/p>\n<p>gab es in manchen Familien immer schon f\u00fcr bestimmte Kn\u00f6del, in anderen wird dieser Teig erst seit j\u00fcngerer Zeit verwendet. Der Teig wurde meist f\u00fcr Grammelkn\u00f6del oder Obstkn\u00f6del genommen. Erd\u00e4pfelkn\u00f6del als Beilage sind auch heute noch in dieser Gegend eher selten. In einigen wenigen Familien wurden auch Strudel aus Erd\u00e4pfelteig gemacht. 500 g Erd\u00e4pfel, ca. 300 g Mehl, Fett (\u00d6l od. zerlassenes Schmalz), l Ei.<\/p>\n<p>Erd\u00e4pfel kochen, sch\u00e4len, zerdr\u00fccken, salzen, mit Mehl, Ei und etwas Fett einen Teig machen.<\/p>\n<p>\u00c4pf(e)lkned(e)l I = Apfelkn\u00f6del<\/p>\n<p>gab es meist im Herbst, wenn die Apfel reif waren.<\/p>\n<p>Mehlkn\u00f6del, \u00c4pfel, Fett, ev. Zimt und Gew\u00fcrznelken.<\/p>\n<p>\u00dcbriggebliebene Mehlkn\u00f6del werden bl\u00e4ttrig geschnitten und mit den ebenfalls bl\u00e4ttrig geschnittenen, in Fett mit den Gew\u00fcrzen halbweich ged\u00fcnsteten \u00c4pfeln gemischt und hei\u00df gemacht<\/p>\n<p>\u00c4pf(e)lkned(e)l II<\/p>\n<p>k\u00f6nnen aber auch wie alle Obstkn\u00f6del aus Brandteig, Erd\u00e4pfelteig, Mehlkn\u00f6del und heute auch aus Topfenteig gemacht werden. Die meisten K\u00f6chinnen verwendeten fr\u00fcher Erd\u00e4pfelteig. Aus dem jeweiligen Teig eine dickere Scheibe in die Handfl\u00e4che legen, etwas flach dr\u00fccken und ein kleines H\u00e4ufchen klein geschnittener \u00c4pfel in die Mitte des Teigst\u00fcckes hineingehen. Die kleingeschnittenen Apfel k\u00f6nnen auch in den Teig hineingemischt werden. Daraus werden dann mit na\u00dfen H\u00e4nden sch\u00f6ne Kn\u00f6del gedreht. Mit einem Probekn\u00f6derl kann man schauen, ob der Teig h\u00e4lt. Wenn er auseinanderfalte, mu\u00df man noch Mehl dazugeben. Die Kn\u00f6del in Salzwasser kochen und wenn sie aufsteigen, noch kurz ziehen lassen. Sie werden mit hei\u00dfer Butter oder mit ger\u00f6steten Br\u00f6seln angerichtet.<\/p>\n<p>\u00c4pfel, Fett, Br\u00f6sel, Salz, Wasser. Brandteig:<\/p>\n<p>1\/4 l Milch oder Wasser, 140 g Mehl, 30 g Butter, l Ei, Salz, Butter und Milch (oder Wasser) zum Kochen bringen, Mehl darunter r\u00fchren und weiterkochen, bis sich die Masse vom Topf l\u00f6st. In einer Sch\u00fcssel ausk\u00fchlen lassen, dabei \u00f6fters umr\u00fchren und das Ei langsam dazur\u00fchren. Der Teig mu\u00df sich ziehen.<\/p>\n<p>Erd\u00e4pfelteig:<\/p>\n<p>500 g Erdapfel, ca. 300 g Mehl, Fett (\u00d6l od. zerlassenes Schmalz), l Ei.<\/p>\n<p>Erd\u00e4pfel kochen, sch\u00e4len, zerdr\u00fccken, salzen, mit Mehl, Ei und etwas Fett einen Teig machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erika Sieder K\u00fcche in Mariensee und St. Peter am Wechsel 24 x 16,5 cm, 230 Seiten, 15,00 \u20ac (25,00 sfr) ISBN 3 85252 492 X Bibliothek der Provinz, Gro\u00dfwolfgers 2002 DERZEIT VERGRIFFEN Fr\u00fcher verstand man unter Kn\u00f6del fast nur Mehlkn\u00f6del. 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